Home sweet Home-Office

Es ist wie der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser. Die ersten Tage Home-Office fühlen sich so ganz anders an. Sonst war man höchstens zu Hause, wenn eine Grippe im Anflug war. Heute ist man zu Hause, weil besser keine Grippe kommen soll. Der Verstand rebelliert, die Gefühle versuchen Ordnung zu finden zwischen der neuen Disziplin und der Versuchung, ein wenig Urlaubsstimmung einziehen zu lassen. Wir wollen analysieren, was jetzt wichtig ist.

Das Schöne am Home-Office ist, dass ein selbstbestimmtes Arbeiten ermöglicht wird. Der nervenzerrende Arbeitsweg wird rasch zu angenehm verblassten Erinnerung. Kein Schulterblick vom Chef. Doch es gibt neue Herausforderungen. Gut ist immer, wenn die benutzte Hardware vom Arbeitgeber gestellt und sicherheitstechnisch von der IT eingerichtet wird. Trennen Sie dienstlich von privat. Sorgen Sie dafür, dass betriebliche Rechner, Firmentelefon oder USB-Stick unkompliziert verschlossen werden können. Stellen Sie den Monitor so, dass dieser nicht gleich von jedem Besucher im Zimmer eingesehen werden kann, und aktivieren Sie am Rechner die automatische Bildschirmsperre (nach 5 min). Nehmen Sie gute Manieren von der Arbeit mit nach Hause, so etwa die Clean-Desk-Policy, also alles woran nicht aktuell gearbeitet wird verschwindet vom Schreibtisch. Und wenn gerade keine Videokonferenz aktiv ist, sichert Sie ein mechanischer Webcam-Blendenschutz vor denkbaren unbefugten Zugriffen und Einblicken von außen. Denken Sie auch daran, dass vertrauliche Telefonate und Videokonferenzen nicht durch offene Fenster und Türen von unbefugten Ohren mitgehört werden können. Wenn zusätzlich viel Papier mit persönlichen Daten von Kunden benötigt oder ausgedruckt wird, gerät das abschließbare Arbeitszimmer mehr zur Pflicht als zur Kür. Ein Laserdrucker braucht entsprechenden Abstand vom Schreibtisch. Disziplinieren Sie sich, Drucksachen nicht unbeaufsichtigt im Drucker liegen zu lassen. Ein Aktenvernichter mit Schutzklasse 3 (DIN 66399) darf auch nicht fehlen. Wenn Sie Unterlagen zur Aktenvernichtung lieber sammeln wollen, sollten Sie besser über einen verschließbaren Aktenschrank nachdenken.

Für den Fall, dass Sie eine Reinigungskraft für Ihr Home-Office beschäftigen, muss das vorherige Verschließen sämtlicher Arbeitsunterlagen und der Hardware zur Routine werden. Schlüssel gehören mitgeführt, und Passwörter gehören in den Kopf oder an einen verschlossenen Ort. Andere vermeintlich sichere Verstecke am Arbeitsplatz sind tabu! Sie sollten keine Bauchschmerzen bei dem Gedanken haben, dass die Familie oder Freunde auch mal in Ihr Arbeitszimmer gehen könnten. Wird das Home-Office zur Norm, sollten Sie die Einbruchssicherheit Ihrer Privaträume verstärken. Einbruchshemmende Türen, Fenster und Jalousien können kleine Wunder leisten, da die aufzubringende Zeit der Überwindung für Sie zählt und Kriminelle es oft beim Einbruchsversuch belassen. Passen Sie ggf. Ihre häuslichen Versicherungen an und sprechen mit Ihrem Arbeitgeber, welche Risiken ggf. über dessen Versicherungen abgedeckt wären.

Die Kostenfrage entsteht übrigens auch bei der arbeitsschutzgerechten Ausstattung Ihres Arbeitsplatzes. Es ist Vereinbarungssache, wer die Kosten trägt und welche Rechte und Pflichten sich daraus ergeben. Wenn der Arbeitgeber einen vollständigen Arbeitsplatz inkl. Mobiliar bereitstellt, kann dies mit einem Kontrollrecht des Arbeitgebers in den eigenen vier Wänden verbunden sein. Die Art der Bewertung des Home-Office hängt auch davon ab, ob im Unternehmen ein Arbeitsplatz grundsätzlich noch bereit steht oder nicht. Bei allen Vereinbarungen ist ein wenig Fingerspitzengefühl angezeigt, damit sich alle Beteiligten wohl fühlen.

Es gäbe zum Home-Office sicherlich noch weitere Aspekte zu erörtern. Das neue Arbeiten muss erlernt werden um effektiv zu sein, um ungestörte Zeiten zur Konzentration einzurichten und um den zahlreichen Ablenkungen zu widerstehen. Auch die Kommunikation mit Kollegen wird sich in der Anfangszeit anders anfühlen. Die technischen Unterstützungen müssen erlernt werden bis alles zur Routine geworden ist. Kleine Rituale können helfen, den Arbeitstag positiv zu starten und mit dem Feierabend die Arbeit aus dem Kopf zu bekommen. Lehnen Sie sich zurück und schauen aus dem Fenster, werden Sie kreativ. Home-Office soll Spaß machen. Dies einzurichten haben Sie in der Hand.